Letter1GE
From Abolition
Eine Weltlische Bewegung fuer die Abschaffung des Fleisches?
Bellegarde en Diois, 21en Januar 2008
Sehr geehrter XXX,
Wir, eine kleine frankophone Gruppe, arbeiten an einem Projekt, über
das wir Sie um Ihre Meinung bitten und für das wir uns Ihre
Unterstützung wünschen.
Wir bekennen uns zur Abschaffung des Fleisches - auf internationaler Ebene. Wir wollen politische Bewegungen ins Leben rufen, die mit Wort und Tat für das Verbot des Fleischkonsums eintritt.
Wie Sie es selbst oft unterstrichen haben, ist Fleisch Ursache des grössten Leides und der meisten Tode, die vom Menschen verursacht werden. Fleischkonsum impliziert die Aberkennung der Leidensfähigkeit bzw. die Gleichgültigkeit gegenüber erduldetem Leid der Tiere. Insbesondere bremst Fleischkonsum das Bewusstsein für Tierinteressen in vielen anderen Bereichen.
Die britische Bewegung im 18./19. Jahrhundert für die Abschaffung der Sklaverei hat uns zu unsere globalen Bewegung für die Abschaffung des Fleisches inspiriert. Im 18. Jahrhundert war die Sklaverei Standbein der kolonialen Wirtschaft. Die Sklaverei erschien normal; zumal man in der Vergangenheit kaum mehr als verschiedene Knechtschaftssysteme sah. Griechen und Römer, Inkas und Azteken, hatten Sklaven ; heilige Texte der meisten grossen Religionen sprachen wie selbstvervständlichen von der Sklaverei. So war der Lauf der Dinge und bis vor 2 Jahrhunderten war es für die meisten Menschen undenkbar, dass sich daran je einmal etwas ändern könnte. Und doch, eine Handvoll Menschen haben das Abenteuer gewagt und 70 Jahr später war die Sklaverei abgeschafft. Heute erscheint es uns unvorstellbar, dass sie je bestanden hat.
Die heutige Situation im Jagd- und Fischereiwesen sowie in der Nutztierhaltung hat grosse Ähnlichkeiten. Die damaligen Aktivisten sind unsere Vorbilder, um die heutigen Praktiken der Fleischproduktion zu verbieten.
Bereits heute denkt die Bevölkerungsmehrheit, dass man ohne seriösen Grund kein Tier quälen oder töten soll. In vielen Ländern ist dies auch gesetzlich verboten. Es wird auch immer klarer und verbreiteter, dass Fleisch für die Gesundheit entbehrlich, ja gar schädlich , ist. Ist die Zeit nicht reif, dass der Ruf nach dessen Verbot erhallt ?
Selbstverständlich muss weiterhin beschrieben und gezeigt werden, wie die Tiere leiden, es muss weiterhin angeklagt werden, welche Qualen sie ertragen müssen. Verbote von Käfighaltung, Mutilationen, Stopfleber, Stierkampf etc müssen weiterhin gefordert werden. Die Tierzucht muss weiterhin hinterfragt werden, Vegetarismus und Veganismus weiterhin gefördert.
Aber das reicht nicht.
Wir müssen nun ausdrücklich bekräftigen, dass Fleischkonsum keine Privatsache ist, da er sensiblen Lebewesen grosses Unrecht zufügt. Es geht nicht mehr darum, sich nur an den Konsumenten zu wenden, sondern an die Bürger und Wähler, sodass das Gemeinwesen via seiner politischen Institutionen zu diesem Thema Stellung nimmt.
Bisher haben es Tierschutzkreise nicht gewagt, dieses Anliegen zu formulieren. Es schien zu trügerisch. Die erste Hürde besteht darin, Undenkbares denkbar zu machen. Doch dieses Ziel ist erreichbar ; fusst es doch auf gewöhnlicher Moral: auf der ganzen Welt gibt man zu, dass es schlecht ist, Tieren “unnötig" Leid zuzufügen oder sie zu töten.
Wir dürfen uns nicht davor fürchten, als Fanatiker zu gelten, die ihre Ideen anderen aufzwingen wollen. Wir haben einen vernünftigen Vorschlag, der nur angenommen werden kann, wenn ein grosser Teil der Bevölkerung ihm zustimmt. Es ist falsch zu denken - ohne es auch nur versucht zu haben - dass die Gesellschaft für diese Debatte noch nicht reif sei. Nicht jeder Fleischkonsument ist ein versessener Verteidiger von Schlachthöfen. Die Menschen verstehen, dass dies, was den Tieren angetan wird, nicht zu verteidigen ist - auch wenn sie daran teilnehmen. Sehr viele unter ihnen können verstehen, dass öffentliche Bestimmungen notwendig sind, um dem ein Ende zu setzen.
Aus diesen Gründen denken wir, dass Tierschutzbewegungen die Forderung formulieren sollten, das Fleisch zu verbieten. Und zwar in Form eines klaren politischen Bekenntnisses, das überzeugen und das von der Mehrheit übernommen werden kann.
So lanzieren wir unser Anliegen und möchten den Grundstein einer globalen Bewegung legen, die unsere Forderung stützt, damit sie zumindest in einigen Ländern vor Ende unseres Jahrhunderts Wirklichkeit wird. Es wird weder das Ende Tiernutzung noch das der Tierzucht sein, noch weniger das Ende allen Tierleides. Aber es wird ein entscheidender Fortschritt sein, auf dessen Grundlage weitergegangen werden kann.
Wir haben Internet-Arbeitsplattform gegründet und uns auf folgende Formulierung geeinigt :
....weil die Fleischproduktion das Töten von Tieren voraussetzt, weil Tiere unter ihren Lebens- und Schlachtbedingungen leiden, weil Fleischkonsum nicht notwendig ist, weil sensible Wesen nicht grundlos gequält oder getötet werden dürfen, muss Nutztierhaltung, Fischerei, Jagd sowie Verkauf und Konsum von Fleisch abgeschafft werden.
Dieser Resolutionstext beruht auf der in allen Ländern verbreiteten Überzeugung: “sensible Wesen dürfen nicht grundlos gequält oder getötet werden" und auf einer schwer zu widerlegenden Logik: “Fleisch setzt das Töten und Misshandeln von Tieren voraus" und “Fleisch ist nicht notwendig" daraus folgt: “Fleischverbot". Er ist minimalistisch und kann so einfach von Individuen und Organisationen übernommen werden. Um ihm zuzustimmen, muss das Tier dem Menschen nicht gleichgestellt werden und die Forderung nach einem absoluten Tötungsverbot ist auch nicht darin enthalten. Die Formulierung steht im Einklang mit globalen Tierrechtsforderungen und widerspricht auch dem Gleichstellungsgedanken nicht. Man kann sie auch aus gesundheits- oder umweltpolitischen Gründen unterstützen. Der Text formuliert den kleinsten gemeinsamen Nenner. Es ist dann jedem frei, die Forderung auf seine Weise mit individuell triftigen Argumenten zu verteidigen. Dieses Projekt soll dezentralisiert entwickelt - nach dem Vorbild der Abschaffung der Sklaverei, die ja auch von unterschiedlichsten Kreisen und Individuen gefordert wurde.
Als be- und anerkannte Persönlichkeit bitten wir Sie, den Gedanken “Fleischverbot" in Deutschland und Österreich zu verbreiten und zu fördern. Wir wären sehr glücklich, wenn wir Sie auf unserem Boot wüssten und Sie Initiativen, die diesen Gedanken fördern, unterstützten.
Wir suchen im deutschsprachigen Raum Kontakte und Interessenten für unsere Initiative. Können Sie uns Personen, Gruppen, Vereine nennen - oder diese gar selbst kontaktieren, falls es Ihnen Ihre Zeit erlaubt?
Ein entscheidendes Element, unserem Projekt auf die Beine zu verhelfen, besteht im Austausch und Dialog interessierter Parteien: verschiedene Meinungen zur Kenntnis nehmen, debattieren, sich gegenseitig über verschiedene Initiativen informieren, Strategien verbessern, Probleme erörtern, Synergien und Mittel erzeugen und beschaffen.
Dafür laden wir Sie auf unser frankophones Diskussionsforum: http://fr.groups.yahoo.com/group/abolitiongroup/ oder auf das soeben anglophon und international ein- und ausgerichtete Forum : http://groups.yahoo.com/group/meatabolition/ ein.
Ein deutschsprachiges Forum “Fleischverbot" wäre uns natürlich willkommen.
Wir danken Ihnen ganz herzlich, wenn Sie uns Ihre Meinung und Fragen entweder auf den vorgenannten Foren oder an contact arobase m-eat.org mitteilen würden (wenn möglich eher in englisch als in deutsch).
Herzlich,
Yves Bonnardel, im Namen aller, die an diesem Projekt beteiligt sind.
P.S. Besuchen Sie auch die Homepage unseres Urhebers, Herrn Antoine
Comiti:
http://abolitionblog.blogspot.com
